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Leben & Kultur auf Yap

Yap, ein Land voll von alten Traditionen und faszinierenden Legenden, hat eine Bevölkerung mit einer der bemerkenswertesten Kulturen im pazifischen Raum.

Menschen
Die Menschen von Yap sind zurückhaltend, aber warmherzig. Sie haben nichts gegen Besucher, die ihren Lebensstil respektieren und zu würdigen wissen. Der Besucher oder die Besucherin wird ein bisschen beschwatzt, und schon kann es vorkommen, dass er oder sie bald bei einer Arbeit mit Hand anlegt, zum Beispiel beim Zu-Wasser-Lassen eines Kanus, beim Flechten eines Korbs oder beim Tragen von Kokosnüssen. Diese besondere Art der Begegnung auf der Insel ist nichts Ungewöhnliches und Teil des Geistes von Yap, der die Insel so entzückend und bezaubernd macht.

Yapesische Tänze
Das Tanzen ist in Yap eine Kunstform. Durch Tänze werden Legenden weitergegeben, Ereignisse werden für die Nachwelt festgehalten, und sie sorgen für Unterhaltung. Sowohl Männer als auch Frauen fangen früh mit dem Erlernen dieser besonderen yapesischen Tradition an. Die Tänzer von Yap, in bunte, traditionelle Kostüme gekleidet, führen ihre Tänze zu den volkstümlichen Gesängen auf. Es gibt drei verschiedene Kategorien von Tänzen oder „Churuu“, wie sie in der Sprache der Einheimischen genannt werden. Der „Gamelee” ist ein Stocktanz, bei dem die Tänzer mit Bambusstäben bewaffnet sind und etwas aufführen, was mehr nach einer Kampfsportart aussieht. Der „Parngabut“ ist ein im Sitzen ausgeführter Tanz, bei dem viele Handbewegungen gemacht werden. Der letzte Tanzstil wird als „Gaslaw“ bezeichnet und nur von männlichen Tänzern aufgeführt. Besucher, die Anfang März nach Yap kommen, müssen unbedingt die Feiern zum Yap Day sehen. Das ist eine drei Tage dauernde Feier, bei der die Kultur der Insel gefeiert wird – eine vorzügliche Gelegenheit, die Tänzer in ihrem ganzen Staat zu sehen.

Steingeld
Der vielleicht außergewöhnlichste Aspekt der Yapesischen Kultur sind die großen, runden Scheiben, das Steingeld oder „Rai“, wie es in der Sprache der Yapesen genannt wird, und das überall auf der Insel zu finden ist. Es ist zwar kein gesetzliches Zahlungsmittel auf dem internationalen Währungsmarkt, wird aber nach wie vor auf der Insel als Zahlungsmittel verwendet. Die großen Steinscheiben mit symmetrischer Meißelung und einem Loch in der Mitte zum Transportieren können einen Durchmesser haben, der größer ist als ein Mann. Der Wert dieser Kalksteine variiert, aber nicht entsprechend der Größe, sondern entsprechend der Mühen, die die Reise nach Yap gekostet hatte, bei der sie geholt wurden. Heute haben die Leute das Geld noch, aber es wird nicht mehr hin- und herbewegt. Das meiste davon wird in einem Kanal aufbewahrt, der als Steingeldbank bekannt ist, wenn auch ein paar immer noch vor dem mit Stroh gedeckten Männerhaus und vor Familienhütten stehen und deren Reichtum und den Status anzeigen. Besucher sollten mit den Steinen respektvoll umgehen und sich nicht daran lehnen oder die Füße darauf ablegen.

Männerhäuser
Wenn Sie Yap besuchen, werden Sie früher oder später auf beeindruckende, von Hand errichtete Gebäude stoßen, die als Männerhäuser bezeichnet werden. Diese „Faluw” sind, wie ihr Name schon sagt, Gebäude, in denen nur die männlichen Mitglieder der verschiedenen Dörfer wohnen. Fast jedes Dorf auf der Insel hat ein eigenes Männerhaus. Diese kunstvoll aus einheimischen Materialien gebauten Häuser dienen als Treffpunkt, wo sich die Männer versammeln, um ihre Geschichten zu erzählen. Die Tradition schreibt außerdem vor, dass jedes männliche Mitglied eines Dorfes, das zum Fischen gehen wird, die Nacht vorher alleine im Männerhaus verbringen muss. Die Häuser dienen auch als Ort zum Lernen. Die Ältesten des Dorfes geben ihr Wissen und ihre Fertigkeiten weiter und unterrichten die Jungen in der Kunst des Fischens, des Segelns und des heimischen Handwerks.

Betelnuss
Eines der ersten Dinge, das Besuchern der Insel bei den Yapesen auffällt, ist, dass diese anscheinend ständig am Kauen sind. Betelnüsse sind kleine Nüsse von einer Unterart der Kokospalme. Sie wachsen in Trauben und werden von den behänderen Mitgliedern einer Familie gesammelt. Die Zubereitung der Nuss ist einfach. Nachdem man eine Nuss ausgesucht und geknackt hat, wird sie großzügig mit Korallenkalk bestreut. Danach wird sie in ein Pfefferblatt gewickelt und fertig ist die Nuss zum Kauen. Eine chemische Reaktion der drei Hauptbestandteile verursacht die roten Zähne, die für die Yapesen so charakteristisch sind.

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 16. Mai 2007 )
 
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